Jedes Jahr kommen Dutzende minderjährige Asylsuchende (MNA) ohne ihre Eltern oder andere Bezugsperson in die Schweiz. Während der Dauer ihres Aufenthalts haben sie kaum die Möglichkeit, auf Probleme hinzuweisen oder Gehör für ihre Anliegen zu finden. Über 30 von ihnen haben nun im Rahmen des Projekts Speak out! eine Charta mit ebendiesen Anliegen verfasst und am Montagmorgen dem Vizedirektor des Bundesamts für Migration, Herrn Pius Betschart, übergeben.

Die Charta behandelt die Wohnsituation der MNA in den Asylzentren, die Betreuung durch ihre Beistand- bzw. Vormundschaft, ihre Ausbildungsmöglichkeiten und den abrupten Wechsel ihrer Lebenssituation nach Erreichen der Volljährigkeit. Die Jugendlichen wünschen sich darin u.a. jugendgerechte Wohnbedingen oder Kontakt zu anderen Minderjährigen. Sie engagieren sich jedoch auch für bessere Integrationsmöglichkeiten: den Besuch öffentlicher Schulen, weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten oder engeren Kontakt zu Schweizerinnen und Schweizern – z.B. in Form von Gastfamilien oder Paten.

Das Recht auf eine bessere Zukunft

Ein besonders einschneidender Wendepunkt ist für die MNA der 18. Geburtstag. Von heute auf morgen verlieren sie den Schutz und die Vertrauensperson, welche ihnen als Minderjährige zustanden. Im schlimmsten Fall bedeutet die Volljährigkeit sogar einen negativen Bescheid zum Asylgesuch und damit auch den Abbruch der Ausbildung, mit der sich die Jugendlichen eine bessere Zukunft aufbauen wollten. So schliesst die Charta denn auch mit den Worten: „Unabhängig davon, ob wir Schweizer oder ausländische Jugendliche sind, bleiben wir alle Menschen. […] Jede/r hat das Recht, sich eine Zukunft zu bauen.“

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