Heute um 18.11 Uhr endet das Abenteuer Aktion 72 Stunden. In den vergangenen drei Tagen waren in der ganzen Schweiz tausende Kinder und Jugendliche unermüdlich im Einsatz, um anderen Gutes zu tun. Rund 450 gemeinnützige Ideen wurden in allen Teilen des Landes Realität – auch dank der grossen Bereitschaft aus der Bevölkerung, den Kindern und Jugendlichen unter die Arme zu greifen. Die SAJV, die das nationale Projekt lanciert und koordiniert hat, zieht positive Bilanz.

Heute Abend um 18.11 Uhr geht das grösste Freiwilligenprojekt der Schweiz zu Ende: 72 Stunden lang waren rund 28‘000 Kinder und Jugendliche für den guten Zweck im Einsatz. Von Spielplatz renovieren, älteren Menschen die «neuen Medien» näher bringen, interkulturelle Tanzkurse organisieren, für Kinder in Asylzentren Spielsachen sammeln bis zur Organisation einer Dorfchilbi war alles dabei. Die Bevölkerung unterstützte tatkräftig: Sie half mit Popcornmaschinen, Batman-Kostümen, Bratwürsten, Baggern und vielen weiteren kleinen und grossen Dingen aus – auch über die Kantonsgrenzen hinaus. So fanden 50 Kassetten dank Zugreisenden ihren Weg von Genf über St. Gallen nach Bern. Die Gruppe L.O.V.E.-Crew wiederum stellte mit KünstlerInnen aus der ganzen Schweiz einen Aktion 72 Stunden-Soundtrack zusammen. Das Album steht ab 18:11 Uhr zum Download bereit; der Kaufpreis kommt der Flüchtlingshilfe zugute.

«Die Aktion 72 Stunden hat gezeigt, wie stark sich Kinder und Jugendliche ehrenamtlich für die Gemeinschaft engagieren und wie wichtig Freiwilligenarbeit ist. Sie haben angepackt, wo es sonst niemand tut, Menschen verschiedener Hintergründe zusammengebracht, viel Unterstützung erfahren und vorgemacht, wie Solidarität funktioniert», so Patricia D’Incau, Co-Projektleiterin Aktion 72 Stunden.

Unmögliches möglich gemacht

Auch die regionalen ProjektkoordinatorInnen ziehen positive Bilanz. «Unglaublich, mit welcher Motivation und Freude die Kinder und Jugendlichen am Werk waren», sagt Matthias Rufener von der regionalen Projektkoordination Bern. Dort hat etwa ein Zusammenschluss verschiedener Jugendgruppen von Herzogenbuchsee die Bevölkerung mit 7000 selbstgebackenen Broten versorgt.

Erfolgsgeschichten der Aktion 72 Stunden gibt es viele: Zum Beispiel diejenige von YoungCaritas, die in Luzern ein multikulturelles Quartierfest auf die Beine stellen. Noch vor wenigen Tage war mangels GruppenteilnehmerInnen unklar, ob das Projekt durchgeführt werden kann. Doch dann nahm das Projekt Fahrt auf: Mittels Hilferufen konnten eine Küche für 300 Personen, allerlei Zutaten für kulturelle Gerichte und sogar eine Hüpfburg gefunden werden. Dank dem Engagement der Gruppe und der Bevölkerung erwartet heute die LuzernerInnen und insbesondere auch die BewohnerInnen des Asylzentrums Hirschpark ein lebendiges Begegnungsfest.

Auch in der Suisse Romande und im Tessin stellte die Aktion 72 Stunden die Regionen auf den Kopf. In Genf sammelte die Gruppe «Scouts les Benoîts» Plastikabfall entlang der Rhone. «Dank der Hilferufe konnten wir in weniger als einer Stunde Kehrichtsäcke und Veloanhänger organisieren», freut sich Gruppenleiter Tom Izzo. Aus den unzähligen Plastikabfällen und Petflaschen baute die Gruppe anschliessend einen Vitaparcours, der die Bevölkerung für eine fachgerechte Entsorgung sensibilisieren soll.

Im Tessin bereitete die Gruppe «Tutti Frutti» der Organisation «Atgabbes» den teilnehmenden Kindern derweil ein Abenteuer der besonderen Art. Im Rahmen der Aktion 72 Stunden brachten sie Kinder mit und ohne Handicap zum gemeinsamen Camping und Erlebnisnachmittag zusammen. «An diesem Nachmittag trafen sich auch die Familien. Die Interaktion sowie der Austausch war sehr angeregt und wertvoll», freut sich Gruppenleiter Mario Schnyder.

Rund 1 Million Stunden Freiwilligenarbeit geleistet

Zum heutigen Ende der Aktion 72 Stunden geht die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV davon aus, dass – wie bereits im Jahr 2010 – schätzungsweise rund 28‘000 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben. Das geleistete freiwillige Engagement ist enorm: Rund 1 Million Stunden unentgeltliche Arbeit entfallen allein auf die vergangenen drei Tage – das ist etwa zehnmal mehr, als eine durchschnittliche Schweizerin oder ein durchschnittlicher Schweizer während eines ganzen Arbeitslebens schafft. «Die Kinder und Jugendlichen engagieren sich jedoch nicht nur an den drei Tagen der Aktion 72 Stunden: Jede Woche und jedes Wochenende leisten sie in Jugendorganisationen Freiwilligenarbeit. Dieses Engagement sichtbar zu machen war unser Ziel», so D’Incau.

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