Nach dem Ständerat hat heute auch der Nationalrat die Abschreibung der Totalrevision des Alkoholgesetzes beschlossen. Damit ist ebenfalls das Nachtverkaufsverbot von Alkohol vom Tisch. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) begrüsst dies. Denn statt griffiger Massnahmen wie höheren Preisen oder Jugendgesundheitsförderprogrammen enthielt das Gesetz lediglich ein kontraproduktives Nachtverkaufsverbot von Alkohol.

Seit 2012 wurde das Alkoholgesetz revidiert. Das Gesetz war von Anfang an widersprüchlich: Als Jugendschutz wurde lediglich ein stigmatisierendes Nachtverkaufsverbot von Alkohol vorgeschlagen. Wirkungsvolle Massnahmen wie Preiserhöhungen, Werbeeinschränkungen und Jugendgesundheitsförderprogrammen suchte man hingegen vergebens.

Ein grosser Vorteil der Abschreibung ist daher, dass ein Gesetz vom Tisch ist, das keinerlei Gesundheitsförderungsaspekte enthielt. „Wir möchten den Umgang mit Alkohol weder verteufeln noch verharmlosen“, erklärt Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der SAJV.  „Uns geht es darum, dass Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang mit Risiken, also auch mit Alkohol, erlernen können. Verbote helfen hier gar nicht.“ Zur Frage der Risikokompetenzen haben die Delegierten der SAJV denn auch Anfang Jahr ein Politikpapier verabschiedet.

Die SAJV bedauert, dass sich die Räte fast ausschliesslich um die Form der Ausbeutebesteuerung gezankt und dabei die Chance vergeben haben, ein ausgewogenes Alkoholgesetz zu präsentieren. Wirtschaftliche Interessen standen im Vordergrund, die Gesundheitsförderung wurde immer mehr zum Nebenschauplatz. Daraus müssen die entsprechenden Lehren gezogen werden: Bei der nächsten Revision des Alkoholgesetzes darf die Federführung nicht mehr alleine beim Finanzdepartement liegen. Vielmehr müssen das Bundesamt für Gesundheit und die Jugendorganisationen von Anfang an entsprechend einbezogen werden.

 Auskünfte:

Abonniere unseren Newsletter!

So bleibst du immer auf dem Laufenden.

Vielen Dank!

Pin It on Pinterest

Share This