Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) hat am Donnerstagabend in Bern gemeinsam mit dem Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit (DOJ) zu einer Fachtagung zum Thema Risikokompetenzen und Jugendschutz eingeladen. Die Botschaft war klar: Jugendliche müssen den Raum und die Zeit erhalten, um den Umgang mit Risiken zu erlernen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zu konkreten Ansätzen für die Verbandsarbeit und für politische Kampagnen führen. 

Die Motivation, eine Fachtagung zum Thema Jugendschutz zu organisieren, entsprang dem Unbehagen, dass in der Öffentlichkeit das Bild der schutzbedürftigen Jugend vorherrschend ist. Genährt wird dieses von Vorstössen im eidgenössischen Parlament zu verschiedenen Suchtmitteln, beispielsweise mit der kürzlich vom Nationalrat abgelehnten parlamentarischen Initiative „Komatrinker sollen Aufenthalte im Spital und in Ausnüchterungszellen selber bezahlen“. „Mit der Fachtagung wollten wir den Fokus weg von der passiven Verbots- und Schutzkultur hin zu einer aktiven Herangehensweise an die Herausforderungen legen, denen sich Jugendliche heute stellen müssen“, sagt Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der SAJV. So hat die SAJV bereits letzten Frühling ein Politikpapier zu Risikokompetenzen entwickelt. „Der Ansatz der Risikokompetenzen ist simpel: Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, den Umgang mit Risiken zu erlernen und in der Folge kompetent entscheiden und handeln können“, ergänzt Marcus Casutt, Geschäftsführer des DOJ.

Am Donnerstagabend wurde das Thema mit einer Diskussionsrunde lanciert. Die verschiedenen Ansätze und Sichtweise wurden von den Gästen Sven Goebel (Pro Juventute), Marc Pittet (Hochschule für soziale Arbeit Genf), Lea Schmid (Vertreterin des Forums der Eidgenössischen Jugendsession) und Salome Steinle (Bundesamt für Gesundheit) erläutert. Anschliessend vertieften die über sechzig Gäste die vier Themenfelder Jugend“schutz“, Risikokompetenzen, Gesundheit(skult) und Freiräume in Workshops weiter. Danach wurden konkrete Handlungsfelder diskutiert und definiert. „Es war beeindruckend, wie lebhaft und konstruktiv die Arbeiten in den einzelnen Gruppen von statten gingen. Wir haben eine Vielzahl von ausgezeichneten Inputs für unsere weiteren politischen Aktivitäten erhalten“, so Annina Grob, Bereichsleiterin Politik der SAJV.

Die SAJV und der DOJ werden die Ergebnisse mit ihren Partnerinnen und Partnern auswerten und Vorschläge entwickeln, wie Politik und Gesellschaft die Risikokompetenzen Jugendlicher fördern können.

Unterlagen:

Auskünfte:

  • Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter SAJV, 078 629 59 27
  • Marcus Casutt, Geschäftsführer DOJ, 078 808 31 79
  • Annina Grob, Bereichsleiterin Politik SAJV, 031 326 29 36

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