Medienmitteilung der UMA des SAJV-Projekts „Speak out!“, 20. Oktober 2016

Wir, gut zwanzig unbegleitete minderjährige Asylsuchende, haben gestern die Nationalrätin Mattea Meyer im Bundeshaus getroffen. Wir haben über die aktuelle Politik der Schweiz gegenüber den UMA und beim Thema Asyl allgemein diskutiert und wir haben unsere Wünsche für die Zukunft formuliert.

Es war beeindruckend für uns, das Bundeshaus zu besuchen, um die junge Nationalrätin Mattea Meyer zu treffen. Sie hat uns ins komplexe politische System eingeführt, wie zum Beispiel die Zuständigkeiten des Bundes, der Kantone und der Gemeinden. Sie hat uns viel Zeit und Verständnis für unsere Fragen entgegengebracht. Im Gespräch mit ihr im Bundeshaus hatten wir den Eindruck, sehr nahe am politischen Geschehen der Schweiz zu sein. Wir haben uns mit Frau Meyer zu den verschiedenen Fragen, die uns betreffen, ausgetauscht. Es gab so viel zu diskutieren, dass wir gar nicht Zeit für alle unsere Fragen finden konnten. Wir schätzen, was Nationalrätin Mattea Meyer gesagt hat: „Ich habe mich gefreut, mit den Jugendlichen sprechen zu können. Mir ist es sehr wichtig, eine Politik mit den Jugendlichen zu machen – und nicht über sie.“Wir sind froh, dass wir in der Schweiz sein können und wir möchten unsere Situation verbessern. Wir haben erfahren, dass der Bund für die Asylverfahren zuständig ist. Wie letzte Woche vom Bundesrat vorgeschlagen, wünschen wir uns, dass die vorläufige Aufnahme (F-Ausweis) uns erlaubt, mehr Möglichkeiten und Rechte zu haben. Aktuell erschwert der F-Ausweis die Integration von vielen von uns und schafft Ungleichheiten. Mit einem Ausweis, der mehr Rechte und Möglichkeiten erlaubt, können wir einfacher unsere Familien nachziehen, in die Schule gehen und wir müssten nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig sein. „Ich und ein paar meiner Freunde bei Speak out! warten schon über eineinhalb Jahre auf einen Asylentscheid, sagt Nadim*. Mit dieser langen Zeit in Ungewissheit ist es sehr schwierig für uns, Zukunftsperspektiven entwickeln zu können.“ Wir sind Jugendliche, die die Schweiz unterstützen und in Freiheit leben möchten, wie andere Jugendliche auch.

Wir haben beim Treffen auch von den Empfehlungen der SODK (Sozialdirektorenkonferenz der Kantone) für die Wohnsituation, die Betreuung, die gesetzliche Vertretung, die Ausbildung und die Volljährigkeit der UMA in der Schweiz erfahren. Wir wünschen uns, dass in allen Kantonen die gleichen Bedingungen bestehen. Die Empfehlungen sollen zur Regel werden.

Speak out! ist ein Projekt, dass unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) zusammenbringt, um über ihre Situation in der Schweiz zu diskutieren und ihnen eine Stimme zu geben. Im Treffen mit der Nationalrätin Mattea Meyer haben UMA aus den Kantonen Vaud, Valais, Neuchâtel, Basel und Bern teilgenommen.

Auskünfte

– Georgiana Ursprung, Projektleiterin Speak out!
 077 463 77 90

Links:

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