Medienmitteilung

National- und Ständerat finden, dass die wenigen heute geltenden Einschränkungen für Tabakwerbung genügen. Dabei verkennen sie jedoch, dass die omnipräsente Tabakwerbung insbesondere auf Kinder und Jugendliche einen grossen Einfluss hat – und oft auch auf diese ausgerichtet ist.

Ebenso wie der Ständerat gewichtet auch der Nationalrat die freie Marktwirtschaft höher als den Schutz der Kinder und Jugendlichen vor dem Tabakkonsum: Heute wies die grosse Kammer den Gesetzesentwurf an den Bundesrat zurück. Dieser muss nun eine neue Vorlage ausarbeiten, welche bezüglich Kinder- und Jugendschutz völlig ungenügend sein wird: Als Ergänzung zur geltenden Gesetzgebung wird einzig ein Verbot des Verkaufs von Zigaretten an Minderjährige eingeführt, klare Einschränkungen bei Werbung und Sponsoring sind nicht vorgesehen. Dies ist verantwortungslos.

Werbung oft auf Jugendliche ausgerichtet

57 Prozent der Raucherinnen und Raucher beginnen vor ihrem 18. Lebensjahr zu rauchen. Studien haben gezeigt, dass Tabakwerbung dabei einen grossen Einfluss hat. In der Schweiz, wo Tabakwerbung weniger streng geregelt ist als in unseren Nachbarländern, sind Kinder und Jugendliche durch Plakate, im Kino, in Print- und Online-Medien oder an Anlässen wie Festivals der omnipräsenten Tabakwerbung ausgesetzt. Wie eine 2014 von CIPRET Vaud, Sucht Schweiz und CIPRET Freiburg durchgeführte Beobachtungsstudie zeigte, ist zudem das Marketing der Tabakkonzerne oft gezielt auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Das geltende Verbot von speziell an Minderjährige gerichteter Werbung reicht nicht aus. Dieser Meinung ist auch eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer: Wie ein diese Woche publizierter Bericht des Suchtmonitoring Schweiz zeigt, sind 58,1 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahre für ein generelles Tabakwerbeverbot.

Wirksame Einschränkungen bei Werbung und Sponsoring der Tabakkonzerne hätten auch einen wirtschaftlichen Nutzen gehabt: Bis ins Jahr 2060 wären durch den sinkenden Anteil an Raucherinnen und Raucher durchschnittlich 445 bis 624 Millionen Franken pro Jahr eingespart worden. Diese Chance haben National- und Ständerat nun vergeben.

Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz ist eine Initiative von Krebsliga Schweiz, Lungenliga Schweiz, Schweizerische Herzstiftung, Sucht Schweiz und Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz. Bis heute wird die Allianz von über hundert Organisationen unterstützt.

Jugendverbände und Medizinstudierende sind für Tabakwerbeverbote

Am Morgen vor der Abstimmung zum Tabakproduktegesetz im Nationalrat machten die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände zusammen mit dem Verband Schweizer Medizinstudierender die Ratsmitglieder vor dem Bundeshaus nochmals aufmerksam, wer die Hauptbetroffenen des neuen Tabakproduktegesetzes sind; Die Jugendlichen.

Mit ihrem Flyer «Tabakproduktegesetz: Rückweisen schadet!» ermahnten Sie die eintreffenden Nationalrätinnen und Nationalräte bei ihrem Entscheid an die Jugendlichen zu denken. Zu Zehntausenden werden diese die Leidtragenden sein, sollte das Parlament auf Tabakwerbe- und Tabaksponsoringverbote verzichten.

Die Jugendlichen von heute sind die Patientinnen und Patienten von morgen, so wie die Medizinstudierenden von heute die behandelnden Ärztinnen und Ärzte von morgen sein werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention:
Thomas Beutler, wissenschaftlicher Mitarbeiter, 031 599 10 20, info(at)at-schweiz.ch

Lungenliga Schweiz:
Elena Strozzi, Bereichsleiterin Politik Gesundheitsförderung und Prävention, 079 555 33 79, e.strozzi(at)lung.ch

Sucht Schweiz:
Markus Meury, Mediensprecher, 078 722 55 86, mmeury(at)suchtschweiz.ch

Krebsliga Schweiz:
Flavia Nicolai, Leiterin Medienstelle, 031 389 94 13, flavia.nicolai(at)krebsliga.c

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