JA zur erleichterten Einbürgerung von Personen der 3. AusländerInnengeneration – ein kleines Argumentarium

Am 12. Februar hat die Schweizer Stimmbevölkerung Gelegenheit, darüber zu entscheiden, ob für Kinder und Jugendliche ohne Schweizer Pass, deren Grosseltern bereits in der Schweiz lebten, die Einbürgerung erleichtert wird. Wollen sich Kinder und Jugendliche der dritten Generation in Zukunft einbürgern lassen, sollen sie das im vereinfachten Verfahren der erleichterten Einbürgerung tun können. Dies ist ein wichtiger, wenn auch kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Die SAJV ruft dazu auf, die Vorlage anzunehmen. Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Jugendliche selbstbestimmt handeln, in allen Lebensbereichen aktiv mitgestalten und als wichtige Stimme anerkannt werden. Stimm- und Wahlrecht sind dafür unentbehrlich. Es wird Zeit:

  1. Mitbestimmung: Kinder- und Jugendliche der 3. Generation, die hier zur Welt kamen, sind ein Teil der Schweiz und sollten deshalb auch abstimmen und wählen dürfen. Partizipation ermöglicht Identifikation, erleichtert die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit ihrer Umwelt und ermöglicht ein besseres Verständnis von gesellschaftlichen und politischen Prozessen.
  2. Gleichheit & Gerechtigkeit: Es gibt keinen Grund dafür, dass Kindern und Jugendlichen der 3. Generation weniger Rechte zustehen sollen als ihren Freundinnen und Freunden mit Schweizer Eltern. Niemand kann entscheiden, welcher Nationalität sie oder er bei seiner Geburt angehören will.
  3. Vertrauen & Verantwortung: Menschen, die hier aufwachsen, eignen sich die kulturellen Eigenheiten der Schweiz an und gestalten sie täglich aktiv mit. Es ist nur konsequent, sie auch offiziell an wichtigen Entscheiden zu beteiligen.

Ein Video der syna, Travail.Suisse und der SAJV liefert weitere Argumente. Auch die SAJV kommt mit Andreas Tschöpe zu Wort: https://www.youtube.com/watch?v=SJ5IvjyX9sI&feature=youtu.be

Ein paar Fakten
  • 25 % der in der Schweiz lebenden Personen – d.h. 2‘000‘000 Menschen – haben keinen Schweizer Pass und sind deshalb von den meisten Wahlen und Abstimmungen ausgeschlossen.
  • Nur in den Kantonen Jura und Neuenburg dürfen Ausländerinnen und Ausländer auf kantonaler Ebene abstimmen und wählen, wenn sie lange genug in der Schweiz leben. Sie können aber nicht gewählt werden. Ausserdem gewähren einige Gemeinden Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene.
  • Etwa 25‘000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 25 könnten sich bei einer Annahme erleichtert einbürgern lassen.
  • 40 % dieser jungen Ausländerinnen und Ausländer könnten bereits heute von kantonalen Vereinfachungen im Rahmen der ordentlichen Einbürgerung profitieren.
  • Es gab in den letzten 34 Jahren bereits drei Vorlagen, die hier geborenen Personen die Einbürgerung erleichtern wollten. Alle wurden abgelehnt (1983, 1994, 2004).
  • Die Abstimmung vom 12. Februar betrifft nur die Situation von Personen der dritten Generation und nur die unter 25-Jährigen. Hier geborene Kinder von Eltern ohne Schweizer Pass (sog. Secondas/Secondos) würden nicht von der erleichterten Einbürgerung profitieren.

Detailinformationen zur Vorlage finden sich im Dossier auf easyvote.ch. Ein Titelbild für Facebook kann  hier heruntergeladen werden.

Quellen:

 

 

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