Nach der bundesrätlichen Kommunikation von heute Donnerstag, die seit 2014 laufende Übergangslösung zur Schweizer Teilnahme an Erasmus+ bis 2020 weiterzuführen, hat eine breite Allianz von Jugendorganisationen und Jungparteien eine Petition lanciert. Mit der Petition appellieren sie an Bundesrat und Parlament, die Verhandlungen über eine Vollassoziierung der Schweiz an Erasmus+ per sofort wiederaufzunehmen, eine vollwertige Teilnahme ab 2018 zu ermöglichen und die notwendigen finanziellen Mittel zu sprechen. Denn die Schweiz muss es sich leisten, in die Bildung zu investieren!

Durch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative vor über drei Jahren konnte die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien nicht unterzeichnet werden. Deshalb wurden die Verhandlungen im Frühjahr 2014 über die Vollmitgliedschaft der Schweiz an Erasmus+ wegen der Verknüpfung mit dem Freizügigkeitsabkommen sistiert. Seither ist die Teilnahme der Schweiz am europäischen Jugendaustauschprogramm nur mittels einer Übergangslösung möglich. Diese ist mit grossen Nachteilen verbunden. So liegt der Fokus auf der Mobilität von Einzelpersonen und auf dem Hochschulbereich. „Mit dieser für uns unzureichenden Teilnahme an Erasmus+ werden die Berufsbildung sowie der ausserschulische Jugendbereich abgestraft und es besteht eine grosse Unsicherheit, Projekte einzureichen und durchzuführen“, sagt Annina Grob, Bereichsleiterin Politik der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), welche die Petition initiiert hat.

Der Bundesrat schlägt dem Parlament in seiner heute publizierten Botschaft vor, die Überganslösung in leicht veränderter Form bis zum Ende der laufenden Programmperiode, sprich bis und mit 2020, laufen zu lassen. „Wir sind mit diesem unzureichenden Vorschlag des Bundesrates nicht einverstanden und darum haben wir die Petition lanciert – damit das Parlament weiss, wie wir dazu stehen!“, erklärt Elisabeth Widmer, Co-Präsidentin der SAJV. Erstaunt zeigt sich Widmer auch, da die letzten Signale aus Brüssel bezüglich Verhandlungen durchaus positiv waren – denn nach der Ratifizierung des Kroatienprotokolls steht einer uneingeschränkten Teilnahme der Schweiz am europäischen Programm eigentlich nichts mehr im Weg. „Eine Vollassoziierung an Erasmus+ ist eine Frage des politischen Willens und wir appellieren an das Parlament, alles Mögliche zu unternehmen, dass die Vollassoziierung per 2018 möglich wird“, schliesst Widmer.

Der Nutzen von Erasmus+ ist gross: Auslandaufenthalte stärken die persönlichen und interkulturellen Kompetenzen und somit werden Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung hin zu verantwortungsvollen StaatsbürgerInnen unterstützt. Studien belegen zudem die positive Auswirkung von solchen Austauschprojekten auf die Arbeitsmarktfähigkeit der Betroffenen. Das Risiko, ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung noch arbeitslos zu sein, ist um die Hälfte kleiner. „Auch deshalb ist es unvorstellbar, dass die Schweiz bei diesem Programm nicht voll dabei ist. Gerade die Schweiz mit ihrer demokratischen Tradition und mit der Bildung als einzige Ressource schadet sich mit dieser halbpatzigen Lösung nachhaltig“, merkt Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der SAJV, an.

Die Petition kann nun bis am 26. Mai online unterzeichnet werden, anschliessend werden die Unterschriften in der Sommersession dem Parlament übergeben. Erstunterzeichnende Organisationen sind:

Unterlagen:

Auskünfte:

  • Annina Grob, Bereichsleiterin Politik SAJV, 031 326 29 36
  • Elisabeth Widmer, Co-Präsidentin SAJV, 078 623 51 05
  • Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter SAJV, 031 326 29 33 / 078 629 59 27

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