Medienmitteilung der SAJV vom 28. August 2017

Heute Montag, den 28. August 2017, übergab eine breite Allianz von 26 Jugendorganisationen knapp 10‘000 Unterschriften für die Petition für Erasmus+. Die Forderung ist klar: Die Verhandlungen über eine Erasmus+-Vollassoziierung müssen per sofort aufgenommen werden – mit dem Ziel, dass die Schweiz und ihre Jugend per 2018 wieder vollumfänglich am Programm teilnehmen können. Die fast 10‘000 gesammelten Unterschriften der jungen Generation sind ein klares Signal, anlässlich der Herbstsession Massnahmen voranzutreiben, welche die schnellstmögliche vollwertige Beteiligung der Schweiz an Erasmus+ ermöglichen. Parlamentarierinnen wie Nadine Masshardt (SP), Rosmarie Quadranti (BDP) und Lisa Mazzone (Grüne) unterstützen die Jugendorganisationen darin.

Nach der  Annahme der Masseneinwanderungsinitiative, welche vorübergehend die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien verhinderte, wurden die Verhandlungen zur Vollmitgliedschaft der Schweiz an Erasmus+ sistiert. Nach der Ratifizierung des Kroatienprotokolls Ende 2016 stünde der Verhandlungsaufnahme eigentlich nichts mehr im Weg. Dennoch schlug der Bundesrat in seiner Botschaft im April 2017 unter Nennung angeblicher administrativer und finanzieller Hürden die Verlängerung der seit 2014 laufenden unzureichenden Übergangslösung als Schweizer Lösung bis mindestens 2020 vor.

„Die geplante Schweizer Lösung ist mit grossen Nachteilen verbunden: Die Berufsbildung und der ausserschulische Jugendbereich werden benachteiligt“, sagt Lea Meister, Projektleiterin Politik der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV): „Durch die minimalistische Finanzierung von Kooperationsprojekten wird Schweizer Institutionen nahezu verunmöglicht, Schweizerische Erfolgsmodelle zu teilen und in internationaler Zusammenarbeit zu verbessern“. Elisabeth Widmer, Co-Präsidentin der SAJV fügt hinzu: „Wir sind mit dem unzureichenden Vorschlag des Bundesrates überhaupt nicht einverstanden, und haben deswegen die Petition lanciert. Die breite Unterstützung zeigt klar, dass die Assoziierung an Erasmus+ ein wichtiges Anliegen der Jugendlichen in der Schweiz ist.“

Der Nutzen von Erasmus+ für die Schweiz ist gross: Auslandsaufenthalte stärken die persönlichen und interkulturellen Kompetenzen, Kinder und Jugendliche profitieren in ihrer Entwicklung hin zu verantwortungsvollen StaatsbürgerInnen und qualifizierten Mitgliedern des Arbeitsmarktes. Ebenso wichtig ist die durch Erasmus+ unterstützte institutionelle Kooperation und Projektfinanzierung: Bildung ist die einzige Ressource der Schweiz und die Gefährdung der exzellenten internationalen Kooperation unserer Institutionen kann schwerwiegende langfristige Folgen nach sich ziehen. Von der mangelhaften Finanzierung des ausserschulischen Bereiches sind insbesondere Jugendverbände stark betroffen, was der ausgeprägten Schweizer Partizipations- und Demokratiekultur diametral widerspricht.

„Ich verstehe die Empörung der Jugendorganisationen über die Verlängerung der Übergangslösung, welche keinerlei Bekenntnis zu einer geplanten Verhandlungsaufnahme enthält. Das Parlament muss die Bedenken der Jugend ernst nehmen und entsprechend auf schnellstmöglicher Verhandlungsaufnahme bestehen.“, sagt Rosmarie Quadranti, Nationalrätin der BDP. Nadine Masshardt, Nationalrätin der SP, fügt hinzu: „Die vorgesehene Lösung benachteiligt eine ganze Generation und zieht nicht abschätzbare Konsequenzen nach sich – die Bildung muss der Schweiz die Investition in Erasmus+ wert sein.“

Unterstützende Organisationen:

Auslandschweizerorganisation (ASO), Bund der alevitischen Jugendlichen in der Schweiz (BAJS), Cevi Schweiz, Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ), Erasmus Student Network (ESN), Groupe de liaison genevois des Associations de Jeunesse (GLAJ-GE), Infoklick.ch, Intermundo, International Cultural Youth Exchange (ICYE), Jeunesse.Suisse, Jugendkommission Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB), Junge BDP, Junge CVP, Junge Grüne, Junge Grünliberale, JungsozialistInnen (JUSO), Pfadibewegung Schweiz (PBS), Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), Service Civil International Schweiz (SCI), Union der Schülerorganisationen Schweiz (USO), Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS), Verein Studierende ZHAW (VSZHAW), youngCaritas, World Organisation of the Scout Movement (WOSM), Young European Swiss (yes), Youth for Understanding (YFU)

 

Auskünfte:

  • Lea Meister, Projektleiterin Politik SAJV, 031 326 29 36
  • Elisabeth Widmer, Co-Präsidentin SAJV, 078 623 51 05

Unterlagen:

 

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