Jugend und Gewalt

Prävention und differenzierte Berichterstattung

Wie in jeder gesellschaftlichen Altersgruppe kommt es auch unter Jugendlichen zu Gewalttaten und anderen Gesetzesübertretungen. Die SAJV wehrt sich aber dagegen, dass aus solchen Einzelfällen das grob verzerrte Bild einer immer gewalttätigeren Jugend abgeleitet wird.

Wie auch im Bundesratsbericht  „Jugend und Gewalt – Wirksame Prävention in den Bereichen Familie, Schule, Sozialraum und Medien“ von 2009 beschrieben, kann zum heutigen Zeitpunkt anhand der vorhandenen statistischen Daten nicht gesagt werden, ob das Ausmass oder die Entwicklung der Jugendgewalt wirklich zugenommen hat (S. 9). Die SAJV fordert die Medien entsprechend auf, differenziert über die Jugend zu berichten und Negativschlagzeilen nicht übermässig zu gewichten.

Präventionsarbeit der Jugendverbände anerkennen

Es braucht präventive Massnahmen, um Gewalt reduzieren zu können. Wie im Bundesratsbericht ebenfalls beschrieben, sind für solche Massnahmen sogenannte Schutzfaktoren von zentraler Bedeutung. Die Schutzfaktoren nämlich bilden ein Gegengewicht zu Risikofaktoren oder dämmen die negativen Folgen der Risikofaktoren mindestens ein.

Im Rahmen ihrer vielfältigen Angebote stärken Jugendorganisationen exakt solche Schutzfaktoren: „Die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen und zu vertreten, Anpassungsfähigkeit, die Bereitschaft, gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen, sind Eigenschaften, die einer Person ermöglichen, Triebe und Bedürfnisse anders als mit destruktiver Aggressivität zu befriedigen. Eine solche Person muss nicht auf Gewalt zurückgreifen, um sich gegen Provokationen zu wehren, sich etwas anzueignen, ihre Ansprüche gegenüber anderen geltend zu machen, ihre Identität zu suchen und ihre Stellung in der Gruppe zu behaupten, Kontakte zu knüpfen oder unterdrückte Gefühle zu zeigen“ (S. 15).

Diese beschriebenen Kompetenzen werden neben anderen in der Jugendverbandsarbeit nachweislich erworben, was sich demnach auf die Gewaltprävention positiv auswirkt und damit auch gesamthaft zur positiven Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie ihrer Umwelt beiträgt. Die SAJV fordert deshalb von der Politik die verstärkte Anerkennung und Förderung der Präventionsarbeit von Jugendorganisationen.

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