




Speak out !
Partizipation von unbegleiteten minderjährigen MigrantInnen am gesellschaftspolitischen Diskurs in der Schweiz
| Im Jahr 2009 haben beinahe 400 MNA (mineurs non accompagnés – Kinder und Jugendliche die ohne Begleitung ihrer Eltern oder eines gesetzlichen Vertreters in die Schweiz kommen)ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt. Dieses Pilotprojekt (2009-2011) hat zum Ziel, diesen Jugendlichen eine Stimme zu geben und auf ihr Leben und die Bedingungen ihres Aufenthalts in der Schweiz aufmerksam zu machen. Fernab von Expertenrunden und Fachgesprächen werden die unbegleiteten Minderjährigen aktiv an Advocacy-Aktivitäten teilnehmen, um ihre sozialen und integrativen Kompetenzen zu stärken sowie ihr Wissen zur Funktionsweise des Schweizer Behördensystems zu erweitern. |
- Den in der Schweiz wohnhaften MNA die Möglichkeit geben, sich aktiv an den politischen und gesellschaftlichen Debatten, die Einfluss auf ihre Lebensbedingungen haben, zu beteiligen.
- Die MNA erwerben damit Kompetenzen, die ihnen für ihre Zukunft und ihr Leben in der Schweiz nützlich sein werden und beteiligen sich aktiv am Dialog mit anderen in der Schweiz lebenden Jugendlichen.
- Durch Speak out! können die MNA auf ihre Anliegen aufmerksam machen und somit ihre Integration erleichtern.
Das Pilotprojekt wird in drei Phasen durchgeführt:
- Die Vorbereitungsphase (capacity building), die bereits 2009 begonnen hat, wurde genutzt, um die Gruppe zu bilden und die Handlungskompetenzen sowie das Wissen der TeilnehmerInnen zu stärken. Anschließend an die Projektpräsentationen fanden fünf Workshops mit jeweils mehr als 25 teilnehmenden MNA statt. Nach einer kurzen Einführung in die Kinderrechte erarbeiteten die Teilnehmenden die positiven und negativen Aspekte ihres Aufenthaltes in der Schweiz.
- In der Umsetzungsphase (Januar-Dezember 2010) werden mindestens fünf Advocacy- und Sozialisations-Aktivitäten durchgeführt, einerseits um die Anliegen der MNA bei den verschiedenen Instanzen (Parlament, Treffen mit Repräsentanten der Polizei, UNHCR, Medien usw.) vorzutragen und andererseits um den Kontakt mit anderen Schweizer Jugendlichen zu fördern.
- In der Empowerment-Phase (Januar-Dezember 2011) sollen parallel zur Durchführung von Advocacy-Aktivitäten die TeilnehmerInnen eine Multiplikator-Funktion einnehmen und das Projekt und ihre Kenntnisse anderen, ebenfalls in MNA-Zentren lebenden Jugendlichen, näherbringen. Aufgabe der SAJV wird indessen sein, die zuständigen Schweizer Behörden mittels Lobbying für die Anliegen der MNA zu gewinnen und eine Evaluation des Projektes samt einem detaillierten Abschlussbericht zu erstellen.
Am Ende der Pilotphase wird die SAJV entscheiden, in welcher Form das Projekt weitergeführt wird und welcher Nutzen aus den neu gewonnenen Erkenntnissen gezogen werden kann.
Mehr als 20 MNA, die in den Kantonen Zürich, Basel, Waadt, Freiburg und Genf leben, nehmen regelmässig an monatlichen Workshops teil. Eine Broschüre die 2009 von Terre des hommes erstellt worden ist, möchte die Hauptaktivitäten im Rahmen des Projektes im Jahr 2009 nachzeichnen.
Kontakt: Emilie Graff, emilie.graff@csaj.ch, Projektverantwortliche
Wir danken folgenden Einrichtungen für ihre Unterstützung:
- Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen
- OAK Foundation
