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Erasmus+ Und Die Schweiz – Verlobungsaktion Auf Dem Bundesplatz

Die Jugendverbände VSS, SAJV, ESN, Intermundo und yes fordern anlässlich des Jahrestags des zehnjährigen Ausschlusses der Schweiz aus Erasmus+ die Verabschiedung eines Finanzierungsmandates. Der Bundesrat muss ein klares Zeichen senden, um die Verhandlungen mit der EU voranzutreiben und die Wieder-Assoziierung der Schweiz am Mobilitätsprogramm sicherzustellen.

Vor exakt 10 Jahren, am 9. Februar 2014 wurde die Masseneinwanderungsinitiative angenommen, was den Ausschluss der Schweiz vom grössten Austauschprogramm Europas, Erasmus+, zur Folge hatte. Im Dezember 2023 wurde das Verhandlungsmandat mit der EU verabschiedet, wodurch die Chancen für eine Wieder-Assoziierung nun wieder intakt sind. Im Unterschied zum Forschungsprogramm Horizon Europe, bei dem die Botschaft zur Finanzierung der Vollmitgliedschaft bereits 2020 vorgelegt wurde, hat der Bundesrat bisher keine entsprechende Botschaft für Erasmus+ präsentiert. «Nach der Wiederaufnahme von Verhandlungen in Brüssel müssen nun die innenpolitischen Weichen gestellt werden.» sagte Co-Präsidentin des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften VSS, Nadège Widmer, an der Pressekonferenz. Der Bundesrat wird daher dazu aufgefordert, rasch eine Botschaft zur Finanzierung von Erasmus+ vorzulegen. Diese Forderung unterstreichen die Jugendorganisation mit einer symbolischen Verlobung auf dem Bundesplatz. Unterstützt wurden sie dabei von Bundespolitiker*innen aus unterschiedlichen Parteien. «Die Schweiz muss der EU ein klares Ja zur vollumfänglichen Teilnahme an beiden Programmen signalisieren» betonte Johanna Kral von Intermundo. 

Auslandsaufenthalte als Mehrwert für die Berufsbildung und Wirtschaft 

Für Florian Hebeisen von der SAJV ist klar: «Die Teilnahme an Austauschprogrammen spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von interkulturellen, fachlichen und persönlichen Kompetenzen.» Diese Erfahrungen stärken die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich – so haben Studierende, die an Erasmus+ teilnehmen, ein um 50 Prozent geringeres Risiko, ein Jahr nach ihrem Abschluss arbeitslos zu sein. Durch Erasmus+ wird sichergestellt, dass die optimalen Rahmenbedingungen für Auslandsaufenthalte gegeben sind. Unter anderem werden Netzwerke, Mobilitäts- und Zusammenarbeitsformate sowie Management-Tools im Rahmen von Erasmus+ entwickelt. 

 Die aktuelle Schweizer Lösung ist ungenügend 

In den letzten 10 Jahren hat Erasmus+ sein Angebot strategisch und entscheidend weiterentwickelt (Einführung von neuen Mobilitätsformaten, Austausch per Mausklick mit der Erasmus-App), um die Bedürfnisse der jüngeren Generationen besser gerecht zu werden. Die Schweizer Lösung konnte vielen dieser Entwicklungen nicht nachkommen und der Programmunterhalt ist aufwendiger geworden. Beispielsweise ist das Schweizer Programm zu Erasmus+ der Tertiärstufe, das SEMP, administrativ deutlich komplizierter: Jede Hochschule muss den Austausch mit europäischen Partnern einzeln aushandeln, was einen erheblichen Aufwand bedingt. Im Fall der Universität Zürich handelt es sich um nicht weniger als 400 Einzelverträge. Weiter ist die Auswahl an Universitäten deutlich eingeschränkt. 

 Es braucht den Schweizer Beitritt zu Erasmus+ 

Die Wieder-Assoziierung der Schweiz an Erasmus+ bringt für die Hochschulbildung, die Berufsbildung und für die ausserschulische Bildung einen signifikanten Mehrwert mit sich. Erasmus+ schafft für Bildungsinstitutionen wertvolle Synergien, indem es ihnen das Programm erleichtert, mit europäischen Partnern grenzüberschreitende Projekte durchzuführen. So können gemeinsame Kursmodule entwickelt und europaweite Netzwerke gebildet werden. Eine Vollassoziierung ermöglicht weiter die unbegrenzte Teilnahme an sämtlichen Angeboten und gewährleistet uneingeschränkten Zugang zu allen Mobilitätsdatenbanken und Tools. 

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV/CSAJ), der Verband der Schweizer Studierendenschaft (VSS-UNES-USU), das Erasmus Student Network Schweiz (ESN) und Intermundo sind vier Organisationen, welche die Interessen der Jugend auf nationaler Ebene vertreten und sich für die Chancen junger Menschen in der Schweiz einsetzen. Seit 2014 sind diese Organisationen aktiv, um den Stimmen der Jugend Gehör zu verschaffen und eine erneute Assoziierung mit dem Programm Erasmus+ zu fördern. 

Kontaktpersonen

  • Nadège Widmer, Co-Präsidentin, Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS, 079 290 68 51 
  • Luzian Franzini, Co-Generalsekretär, Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS, 079 781 77 36 
  • Chiara Bugmann, Koordinatorin internationale Politik, Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV, 079 880 72 96

Auf dem Laufenden von Erasmus+ bleiben:

@vss_unes_usu

@sajvcsajfsag

@esn_ch

@young_european_swiss

intermundo.ch